Hintergrundwissen

Was ist Transkranielle Pulsstimulation (TPS)?

TPS ist ein nicht-invasives Verfahren, das fokussierte Stoßwellen-Impulse gezielt durch den Schädelknochen in das Gehirn sendet – ohne Operation, ohne Narkose, ohne Medikamente. Das Gerät NEUROLITH® ist seit 2018 in der EU als Medizinprodukt zugelassen.

Wirkmechanismus

Wie wirkt TPS im Gehirn?

Die genauen Wirkpfade werden wissenschaftlich weiter untersucht. Folgende Mechanismen werden in der Forschungsliteratur beschrieben:

Mechanotransduktion

Das NEUROLITH®-Gerät sendet rund 6.000 fokussierte Stoßwellen-Impulse pro Sitzung präzise durch den Schädelknochen – ohne ihn zu verletzen. Dieser Vorgang wird als Mechanotransduktion bezeichnet: Mechanische Signale werden auf zellulärer Ebene in biologische Reaktionen umgewandelt.

Wachstumsfaktoren & Durchblutung

Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass TPS die Expression von Wachstumsfaktoren wie BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) und VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) fördern kann – Proteine, die mit der Bildung neuer synaptischer Verbindungen und einer verbesserten Hirndurchblutung assoziiert sind.

Neuroplastizität

Das Gehirn besitzt eine lebenslange Fähigkeit zur Anpassung – die sogenannte Neuroplastizität. TPS setzt möglicherweise genau hier an: Indem Nervenzellen angeregt werden, aktiver miteinander zu kommunizieren, können bestehende neuronale Netzwerke potenziell gestärkt werden.

Einordnung

TPS im Vergleich zu anderen Verfahren

VerfahrenMechanismusTiefeInvasivHinweis
TPS (NEUROLITH®)Fokussierte Stoßwellenbis 8 cmNeinPräzise Navigation, ambulant
TMS / rTMSMagnetfeldermax. 3–4 cmNeinEtabliert bei Depression & Migräne
MedikamenteSystemisch (Blutkreislauf)GanzkörperNeinMögliche Wechselwirkungen
Tiefe HirnstimulationElektrische Impulse (Elektroden)variabelJaNeurochirurgischer Eingriff
Wissenschaft

Wissenschaftliche Grundlage

TPS wird weltweit in klinischen Studien und Untersuchungen erforscht. Dabei zeichnet sich konsistent ein hohes Sicherheitsprofil ab. Die Wirksamkeit wird indikationsspezifisch untersucht – mit unterschiedlichen Evidenzgraden:

Alzheimer-Demenz (leichtes bis mittleres Stadium)

Mehrere klinische Studien – darunter auch placebokontrollierte Untersuchungen – berichten mögliche Verbesserungen kognitiver Leistungen und eine potenzielle Verlangsamung von Hirnabbau-Prozessen in betroffenen Regionen. Die Ergebnisse sind heterogen; weitere kontrollierte Studien laufen derzeit. NEUROLITH® ist als Medizinprodukt für die Anwendung bei Alzheimer-Demenz CE-zugelassen.

Parkinson-Erkrankung

Erste klinische Untersuchungen deuten auf mögliche positive Effekte auf nicht-motorische Symptome – darunter kognitive Einschränkungen und Stimmungslage – sowie auf motorische Phänomene wie Freezing of Gait hin. Die Datenlage befindet sich noch in einem frühen, explorativen Stadium. Die Anwendung bei Parkinson erfolgt auf Basis des CE-zugelassenen Medizinprodukts.

Hinweis: TPS befindet sich für verschiedene Indikationen noch in klinischer Erforschung. Die hier genannten Studienergebnisse begründen keine Heilungsversprechen. Individuelle Ergebnisse können variieren. Eine ärztliche Beratung und Indikationsprüfung sind vor Therapiebeginn zwingend erforderlich.

Sicherheit

Sicherheitsprofil

Nicht-invasiv
Kein Eingriff, keine Narkose, keine Elektroporation
Ambulant
Direkt nach der Sitzung wieder nach Hause
Keine Wechselwirkungen
Mit gängiger Alzheimer- oder Parkinson-Medikation

In über 50 klinischen Untersuchungen wurden bislang keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. TPS gilt als gut verträglich. Milde, vorübergehende Reaktionen wie leichter Kopfdruck oder Schwindel können in Einzelfällen auftreten, klingen jedoch in der Regel rasch ab.

Ablauf

Wie läuft eine Behandlungssitzung ab?

Eine TPS-Sitzung dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten und ist vollständig ambulant – keine Vorbereitung, keine Ausfallzeit danach.

01

Vorbesprechung & Navigation

Zu Beginn jeder Sitzung wird die individuelle Behandlungsregion anhand vorhandener MRT-Daten in das integrierte Navigationssystem eingelesen. So lässt sich die Stimulation millimetergenau auf die gewünschten Hirnareale ausrichten.

02

Positionierung

Ein leichter Ultraschallkopf wird auf die Kopfhaut aufgesetzt – ohne Druck, ohne Schmerz. Das Gerät bewegt sich geführt über die Behandlungsregion. Kein Helm, keine Elektroden, keine vorbereitenden Eingriffe.

03

Stimulation (ca. 30 Minuten)

Pro Sitzung werden rund 6.000 fokussierte Stoßwellen-Impulse abgegeben. Die meisten Patientinnen und Patienten spüren dabei kaum etwas – allenfalls ein leichtes Kribbeln oder Klopfen auf der Kopfhaut. Die Behandlung ist schmerzfrei.

04

Keine Ausfallzeit

Nach der Sitzung sind keine Ruhezeiten oder Einschränkungen notwendig. Man kann direkt nach Hause fahren – oder den Alltag ohne Einschränkungen fortsetzen. Ein typischer Behandlungszyklus umfasst 6 Sitzungen über 2–3 Wochen.

Könnte TPS für Sie oder Ihren Angehörigen in Frage kommen?

In einem kostenfreien Erstgespräch prüft Dr. Tim Schwarz gemeinsam mit Ihnen, ob TPS für die individuelle Situation geeignet ist – unverbindlich und ohne Überweisung.